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04
APR
2016

Neuer Browser will Nutzer bezahlen, wenn sie Werbung zulassen

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Mit einem kontroversen Konzept hat sich der ehemalige Mozilla-Chef Brendan Eich zurückgemeldet: Sein neuer Browser Brave soll Nutzer für eingeblendete Werbung entlohnen. Auch Publisher sollen an dem Modell verdienen, so der Plan von Eich. Nutzer und Partner, die sich um die Werbeauslieferung kümmern, sowie Brave selbst sollen jeweils 15 Prozent erhalten. Der Hauptanteil von 55 Prozent geht an die Publisher der betreffenden Seiten. Werbung von Webseiten lässt sich mit Brave auch blocken. Beim Adblocking funktioniert der Geldfluss genau umgekehrt. Die User zahlen einen monatlichen Fixbetrag, der dann am Ende des Monats an die – anonym ermittelten – zehn meistbesuchten Seiten ausgezahlt wird. Wer Werbung zulässt, verdient Geld, wer keine will, zahlt dafür. Wie hoch dieser Betrag sein wird, hat der Softwarehersteller noch nicht verraten.

Hinter all dem steht ein Bitcoin-basiertes Bezahlsystem, bei dem jeder User automatisch ein Konto bekommt. Die Nutzer können auch beide Benutzungs-Modi miteinander kombinieren. Es können also einzelne Seiten ganz werbefrei dargestellt werden, während bei anderen die Brave-eigene Werbung angezeigt wird. Auf diese Weise findet eine Art Querfinanzierung statt.

In Zukunft plant Eich mit einem 70/30-Modell: 70 Prozent der Einnahmen für den Inhalte-Anbieter, 30 Prozent für die restlichen Beteiligten. Das hört sich nach einem guten Geschäft für die Betreiber der Websites an. Und auch der Nutzer erhält etwas Geld, dazu ein gutes Gefühl und er wird im Internet nicht mehr verfolgt.

Noch ist allerdings nicht ganz klar, wie man die Seitenbetreiber dazu bringen will, bei diesem Konzept mitzuspielen. Die Idee scheint schlicht, dass man diesen keine Wahl lässt, indem man die Werbung auch austauscht, wenn der Betreiber nicht zustimmt. So bleibt den Publishern eigentlich nur die Wahl, die rund um ihre Inhalte erzielten Einnahmen einzufordern oder nicht. Fraglich ist auch, ob das „Adblocker gegen Bezahlung“-Modell funktionieren wird. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass User lieber zu einem konventionellen Adblocker greifen, der sie nichts kostet. Zusätzlich setzt der Entwickler auf Bitcoins, die extremen Schwankungen ausgesetzt sind und von der breiten Bevölkerung kaum wahrgenommen werden. Ein schwieriges Unterfangen.

Ende Mai 2016 soll die erste Voll-Version von Brave veröffentlicht werden. Diese wird für Windows, Linux, OS X, iOS und Android erhältlich sein.

(Foto: Anton Porsche (superanton.de) / pixelio.de)

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